Am Samstag, 31. .Januar 2026, fand zum 3. mal in Folge der Neujahrsempfang der Grünen des Kreises Steinfurt in Wettringen im Hotel zur Post statt. Grund ist, daß es nicht so einfach ist geeignete Gaststätten mit Platz und vegetarischem Essen für ca. 200 Menschen zu finden. Wir Wettringer Grünen sind natürlich froh, einen tolle Lokation vor Ort und damit einen kurzen Weg zum Neujahrsempfang zu haben. Allerdings ist der Kreis Steinfurt groß und die Ortsverbänden wie Westerkappeln haben eine lange Anfahrt.
Trotzdem war der Saal komplett ausgebucht, ca. 200 Grüne hatten sich zum Austausch getroffen. Sicherlich werden auch die prominenten Gastredner MdB Jan-Niclas Gesenhues und die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin NRW Mona Neubauer einige Grüne nach Wettringen gelockt haben.
Das Kreissprecherteam Silke Wellmeier und Norwich Rüße begrüßen die anwesenden Gäste aus Politik, Umweltverbänden, weiteren Organisationen und natrülich die Grünen Mitglieder.
Norwich plädiert in seiner Ansprache, vor allem ein Jahr nach der Bundestagswahl, für einen faireren Umgang in der Politik miteinander, um gemeinsam die aktuellen Probleme zu bewältigen statt die Menschen mit polemischen Reden zu polarisieren.
Das anstehende, gemeinsames Essen nimmt er zum Anlass, zwei wichtige Aspekte von gutem, gemeinsamen Essen anzusprechen. Gemeinsames Essen hat eine wichtige Bedeutung
- als soziale Komponente
- für die gesunde Ernährung unserer Kinder
Als nächste bittet Silke den Wettringer Bürgermeister Andreas Lastering auf die Bühne, um als neuer Wettringer Bürgermeister ein paar Worte zu sprechen.
Kernaussage von Andreas Lasterings Ansprache war, das Gespräche in schwierigen Zeiten wichtig sind, denn „Demokratie lebt vom Miteinander“.
Der nächste Redner ist MdB Jan-Niclas Gesenhues aus Emsdetten, und damit auch ein Grüner des Kreis Steinfurt.
Er ruft alle dazu auf, an die Demonstranten in Minneapolis zu denken, an die beiden getöteten und an alle, die gerade in den USA für Freiheit auf die Straße gehen.
Seine Rede dreht sich dann im Kern um 3 Wünsche, die er hat:
- ein vereintes, starkes Europa
- einen besseren Umgang miteinander
- Menschen, die sich für Klimaschutz einsetzen, zu unterstützen, auch im Kreis Steinfurt
Nur ein vereintes, starkes Europa stärkt unseren Frieden, und nur ein vereintes, starkes Europa kann die aktuellen Probleme lösen. Wir dürfen uns dabei nicht von außen auseinandertreiben lassen, sondern müssen uns für den europäischen Gedanken einsetzen.
Unsere Gesellschaft braucht gerade keine Diskussion um Teilzeit. Die psychische und mentale Gesundheit ist in diesen Zeiten wichtig. Die Zahl der Krankschreibungen haben sich verdoppelt und wir sollten nicht über die Zahl der Krankschreibungen streiten, sondern uns darum kümmern, das es erkrankten Menschen wieder besser geht und Erkrankungen vorbeugen.
Im letzten Jahr wurden mehrere hundert Klimaschützer weltweit getötet. Wir müssen dringen die Entwicklungshilfe stärken, wenn sich die USA jetzt zurück ziehen, um nicht China und Russland das Feld zu überlassen, und deren Einfuss in diesen Ländern zu begrenzen.
„Stoppen wir die Diffamierung der Umweltschützer, die unsere Lebensgrundlage schützen, damit wir unseren Kindern eine lebenswerte Umwelt hinterlassen können“, beendet Jan-Niclas seine Rede.
Dann gibt Silke Das Mikrofon direkt an Mona Neubauer weiter.
„Hier sitzen Frauen und Männer die arbeiten, sich engagieren, das sieht so „normal“ aus!“, beginnt Mona ihre Rede. Für sie erwächst daraus aber auch die Verpflichtung, für diese Menschen zu arbeiten.
NRW muss als Landesregierung dafür stark machen, Demokratiebildung zu stärken. Die Landesregierung möchte durch die Schuldenübernahme der Kommunen die Städte endlich wieder handlungsfähig machen.
Es sei wichtig, vor Ort unbürokratisch und verwaltungarm Geld bereitstellen, um das zu tun, wo gerade Not ist. Es geht dabei um die Zukunft. Diese neuen Schulden müssen deshalb eingesetzt werden für nachfolgende Innovationen, und nicht für Drehtüreffekte und Haushaltstricks. „Wir brauchen ein stabiles finanzielles Fundament für unsere Kommunen“.
Aktuell haben wir die höchste Arbeitslosenzahl seit langem.
Wir älteren sind in einer Zeit von Frieden, Freiheit und Wohlstand aufgewachsen. Da sollten wir über unsere Kinder, die in ihrer Jugend in der Coronazeit Homeschooling, soziale Isolation etc. ertargen und gemeistert haben, nicht mit dem Habitus „die müssen erstmal was leisten“ sprechen.
Zum Schluss sprach sie über die notwendigen, wirtschaftlichen Veränderungen die sie auf den Weg bringt, bei der wir die Menschen mitnehmen müssen, damit wir eine Akzeptanz erreichen.
Zum Schluß beschreibt sie plakativ, dass wir in NRW immer noch am Strukturwandel des Ruhrgebiets arbeiten nach dem Motto: „Von der Kohle zur KI“. Dafür „müssen wir dringen „Kohle“ „ bereitstellen, um nicht technologisch abgehängt zu werden.
Dabei legt sie großen Wert darauf, nicht „einfach mal [zu] machen“. Von oben diktierte Lösungen sind oft nur für einen Teil der Menschen gut. Stattdessen wirbt Mona dafür, Probleme „differenziert zu betrachten und priorisiert umsetzen statt einfach mal zu machen.“
Danach ging es ans reichhaltige, vegetarische Buffet mit Grünkohl, Gemüsebratlingen, Curry, überbackenen Kartoffeln u.v.m. Im Münsterland durfte nachtürlich beim Dessert neben einem Pflaumenkuchen Herrencreme (alkohlfrei) nicht fehlen.
Nach dem Essen gab es dann noch regen Austausch und Diskussionen über die verschiedensten Themen der lokalen, regionalen, bundesweiten und globalen Politik, bevor sich die Grünen am Nachmittag wieder auf den Weg zurück in die verschiedenen Heimatorte im Kreis Steinfurt gemacht haben.
Diese gelungene Veranstaltung läßt uns schon voller Vorfreude an den nächsten Neujahrsempfang, voraussichtlich nicht allzuweit vor der Landtagswahl 2027, denken.