Nachhaltige, autarke Energieversorgung für Wohnquartiere in Fraktionssitzung vorgestellt

In der Fraktionssitzung am 17.02. berichtete unser Gast Lennart Lohaus über den Inhalt seiner Masterarbeit. In dieser Arbeit stellt er einen Baukasten für die Energieversorgung von Wohnquartieren und eine Optimierungsmodell für die Berechnung und Nutzung des Energiebedarfs vor.

Das Wohnquartier skaliert dabei von einzelnen Häusern über Reihenhäuser bis zu ganzen Baugebieten.

Randbedingung sind dabei freie Flächen für die Infrastruktur, Häuser mit optimaler Wärmedämmung (KfW-40) und Heizung mit niedriger Vorlauftemperatur wie Fußbodenheizungen oder speziellen Heizkörpern. Optimal ist eine Mischung aus Wohn- und Gewerbenutzung, da hier eine gleichmäßigere Nutzung von Energie gegeben ist.

Die Energieversorgung übernehmen dann Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen. Es können aber auch andere, nachhaltige Energieversorgungen wie Windkraft etc. eingebunden werden.

Zunächst wird möglichst viel des ökologisch produzierten Stroms direkt in den Wohneinheiten verbraucht. Die Heizung erfolg über ein Nahwärmenetz, dass mit Wärmepumpen versorgt wird.

Als 2. Schritt wird mit der überschüssigen Strom per Elektrolysator in Wasserstoff umgewandelt, der dann in großen Speichertanks gelagert wird. Aus dem Wasserstoff kann dann mit Hilfe von Brennstoffzellen später wieder Strom gewonnen werden. Beide Schritte für sich sind wegen ihres Wirkungsgrads nicht direkt attraktiv. Hier nutzt das Konzept von Lennart Lohhaus zusätzlich die Abwärme der Elektrolysatoren und Brennstoffzellen, um sie per Wärmepumpe auf ein nutzbares Niveau anzuheben und zusätzlich im Nahwärmenetzen zu nutzen.

Durch ein von ihm entwickeltes Optimierungsprogramm kann die Größe der Einzelkomponenten passend ausgelegt werden, um eine autarke Versorgung des geplanten Wohnquartiers mit Strom und Wären zu ermöglichen.

Aktuell ist mit diesem Modell noch keine kostendeckende Versorgung möglich. Öffentliche Subventionen könnten aber -wie es schon bei PV und Windenergie funktioniert hat- einen Entwicklungsschub bei den Komponentenherstellern auslösen, damit mittelfristig konkurrenzfähige Produkte auf den Markt kommen können. Langfristig könnten solche Lösungen die großen Stromnetze entlasten, und damit den teuren Ausbau einschränken und Netzausfallfolgen verringern.

Nach der Vorstellung wurde das Verständnis des Vortrags in einer Fragerunde vertieft und eine folgende Diskussionsrunde zeigte, dass wir Grünen dieses Konzept uneingeschränkt für gut halten und uns eine Umsetzung im Rahmen von kommunalen Bauprojekten auch in kleinen Gemeinden wie Wettringen für möglich halten, wenn Bundes- und Landespolitik hier durch Förderprogramme unterstützen.

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