Mit Norwich Rüße, MdL, und Anwohnern in der „Brechte“ unterwegs

Klimawandel, Klimaschutz und Umweltschutz vor Ort in der Wettringer Kulturlandschaft

Um die Wettringer Naturschutzgebiete, den deutschen Wald im Klimawandel und das neue Hochleistungskabel „A-Nord“ ging es Samstag auf einer Radtour mit anschließendem Spaziergang des Wettringer Ortsverbands von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in die Brechte. Das Gleichstromkabel soll große Mengen Energie aus Windparks auf der Nordsee nach Süden übertragen. Für die Grünen ist das Kabel ein wichtiger Baustein für die Energiewende, sie sind der Ansicht, dass es gebaut werden muss. Doch es wird mit einer 35 Meter breiten Baustelle zwei Meter tief in die Erde verlegt. Daher gilt es sorgfältig abzuwägen, wo die Trasse geführt werden soll. Der Netzbetreiber Amprion hat dazu verschiedene Untersuchungskorridore vorgeschlagen. Während der Hauptkorridor weiter westlich verläuft, verlaufen zwei der Alternativen durch Wettringen, eine davon durch die Naturschutzgebiete in der Brechte. „Energiewende und Naturschutz sind Herzensangelegenheiten für unsere Partei“, sagt Mirko Bamming, Sprecher der Grünen in Wettringen. „Wir setzen uns mit den Details auseinander, damit die beiden Ziele nicht gegeneinander ausgespielt werden“. Der Physiker schilderte, warum man hier ein Gleichspannungs-Erdkabel verwenden wird. Für den Ortstermin hatten die Grünen den Landtagsabgeordneten Norwich Rüße eingeladen. Rüße ist Biolandwirt aus Hollich und in der Landtagsfraktion Sprecher für Natur, Umwelt, Tier- und Verbraucherschutz sowie Landwirtschaft. Dem Aufruf der Grünen waren außerdem einige Anwohner gefolgt, die nicht nur Ortskenntnis, sondern auch Sachkenntnis über die Schutzgebiete und die Trassenplanung beitragen konnten. „Die Flächen hier und die Naturschutzgebiete mit den Wäldern und Wiesen hängen in einem großen Stück mit dem Flora-Fauna-Habitat weiter westlich zusammen. Der Lebensraum für viele Arten reicht hier viele Kilometer in jede Richtung, das Gebiet muss als Ganzes betrachtet werden. Und auch den erheblichen Eingriff in den Wasserhaushalt muss man hier beachten.“, heißt es in der Pressemitteilung der Grünen.

Der Wald in der Brechte bot dann noch Gelegenheit, mit Norwich Rüße über die Auswirkungen des Klimawandels auf den deutschen Wald zu sprechen. Der Wald am Treffpunkt in der Brechte zeigt sich als Positivbeispiel einer gelungen Naturverjüngung. Mit Waldbesitzer Stefan Schilling erörterte er an dieser Stelle, wie ein klimastabiler, angepasster Mischwald kostengünstig etabliert werden kann. „Es dauert halt einige wenige Jahre länger, aber dafür kann nachgewiesen werden, dass die neuen Bäume dann stabiler und gesünder dastehen als vergleichbare gepflanzte Exemplare“, führte Norwich Rüße aus.

„Manchmal hängen die Themen auf komplexe Art und Weise zusammen, eine Stromtrasse für den Klimaschutz, der Schutz der Landschaft vor tiefen Eingriffen und Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur sind in dieser schönen Landschaft gleichzeitig zu sehen.“ sagt der Organisator der Veranstaltung, Nils Kockmann. „Deshalb ist es auch so wichtig, dass wir uns mit den Themen auseinandersetzen. Es gibt eben nicht immer die einfache Lösung“, so Kockmann weiter, der auch im Wahlkreis Wettringen/Ochtrup II für den Kreistag kandidiert. In ihrer Pressemitteilung schließen die Grünen: „Wir haben eine formelle Einwendung als Ortsverband gegen den Trassenabschnitt C194 bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Das Kabel wird sicher gebaut und das ist gut so, aber wir hoffen, dass wir zu einem umweltverträglicheren Trassenverlauf beigetragen haben.“

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